Wasserleitung und Armaturen. Von alten Leitungen und eisiger Kälte

Oft frohlocken Gartenbesitzer, wenn sie ihr neues Grundstück das erste Mal betreten. Die Freude ist groß, wenn sie erkennen, dass im gesamten Garten bereits Wasserleitungen und Armaturen vorhanden sind. Doch nicht weniger häufig folgt schon kurz danach die Ernüchterung: die Leitungen sind alt und kaum noch zu gebrauchen. Da muss Abhilfe her!

Kupfer oder Kunststoff?

In vielen Gärten liegen noch alte Stahl- oder Kupferrohre, die ohne Fachwissen nur schwer zu händeln sind. Eine Alternative können Kunststoffrohre sein, die man auch verlegen kann, wenn man ein bisschen handwerkliches Geschick hat. Man muss also nicht erst eine Ausbildung zum Klempner machen, um seine Wasserleitungen im Garten selbst zu verlegen. Auf ein paar Dinge muss man jedoch achten.

Das Verlegen der Wasserleitung

Eine Wasserleitung im Garten sollte etwa einen Spaten tief liegen. Das Ausschachten kann der Heimwerker meist selbst erledigen. Theoretisch ist auch die überirdische Verlegung möglich, aus ästhetischen Gesichtspunkten wird darauf aber gern verzichtet. Neben den Rohren aus Kunststoff braucht die Heimwerker Zubehör wie T-Stücke, Winkel, Kupplungen und Anschlussverschraubungen.

Welcher Kunststoff ist der richtige?

Welcher Kunststoff passend ist, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Im Garten befinden sich in der Regel Kaltwasserleitungen, doch auch warmes Wasser ist denkbar. Auch die Frage des Wasserdrucks spielt eine Rolle, außerdem die, ob die Wasserleitung oberirdisch oder unterirdisch verlegt werden soll. Hier eine kleine Übersicht über verschiedene Kunststoff und deren Eigenschaften:

 

Kunststoffkürzel

Kunststoff

Einsatzmöglichkeiten

PVC-U

Polyvinylchlorid hart

Trinkwasserleitungen bis zu einer Temperatur von 20°C – jedoch nicht für Warmwasserleitungen

PVC-C

Polyvinylchlorid chloriert

für Warm- und Kaltwasserleitungen

PE-HD

Polyethylen hohe Dichte

hauptsächlich für erdverlegte Leitungen

PEX

vernetztes Polyethylen

Einsetzbar bei einem Betriebsdruck von 10 bar bis zu 95°C

PB

Polybuten

Einsetzbar bei einem Betriebsdruck von 10 bar bis zu 95°C – dabei UV-beständiger und flexibler als PE-X

Es gibt unterschiedliche Empfehlungen, welches Material für den eigenen Einsatz am besten geeignet ist, allerdings besteht weitgehend Einigkeit darüber, dass Wasserrohre mit einem Durchmesser von 32 Millimeter stets dafür sorgen, dass ausreichen Wasserdruck vorhanden ist und das Wasser dort ankommt, wo es hin soll.

Wasserleitungen und Armaturen: Wenn der Winter kommt

Die Herausforderungen, die der Winter für die Wasserleitungen und Armaturen mit sich bringt, sind nicht zu unterschätzen. Wer sich hier nicht umfassend vorbereitet, kann mit unangenehmen Überraschungen rechnen. Denn Frost ist erbarmungslos und kann zu Schäden führen, die Folgen haben, zum Beispiel das Platzen von Leitungen. Das wiederum hat aufwändige Reparaturen zur Folge, die zeit- und kostenaufwändig sind. Deshalb müssen die Wasserleitungen und Armaturen auf die kalte Jahreszeit vorbereitet werden.

Alles dichtmachen!

Die Mischung aus Kälte und Wasser ergibt eine brisante Paarung. Wasser dehnt sich nun einmal aus, wenn es gefriert. Und wenn es soweit ist, gibt es kein Halten mehr, die Kälte macht „ihren“ Job, die Wasserleitung platzt oder wird beschädigt.

Wenn also Minustemperaturen drohen, sollten zunächst alle Leitungen geleert werden. Danach werden sämtliche Wasserhähne zugedreht. Sollten es für Außenhähne einen Haupthahn geben, gehört auch dieser zugedreht.

Die Feinheiten nicht vergessen

Im Garten befindet sich weit mehr, das Schäden am Frost nehmen kann. Beispielsweise Dichtungen, die bei Kälte leicht brüchig werden können. Ein guter Schutz dagegen ist Vaseline. Wird diese auf die Dichtungen aufgetragen, wird die Gefahr der Brüchigkeit extrem reduziert.

Häufig vergessen werden Wasseruhren, die außen liegen. Auch sie sind sehr empfindlich gegenüber Kälte. Ein wirksamer Schutz ist Jute oder Stroh, in das die Wasseruhr eingewickelt wird. Dadurch entsteht ein Wärmepuffer, der die Uhr schont. Brunnen und Wasserspiele sollten übrigens möglichst komplett entleert werden, außerdem sollten Teichpumpen oder Gartenpumpen abgebaut werden, um sie dann woanders zu lagern.

Achtet man darauf, dass alle empfindlichen Teile im Winter entweder entfernt oder entsprechend vorbereitet werden, kann „Vater Frost“ gern kommen. Er wird keine bleibenden Schäden hinterlassen.